Erbrecht 5 Min. Aktualisiert 7.11.2026

Erbschein beantragen: Ablauf, Kosten und Alternativen

Wann du einen Erbschein brauchst, welche Unterlagen das Nachlassgericht verlangt und wie lange es dauert.

Wozu ein Erbschein

Der Erbschein weist gegenüber Banken, Grundbuchamt und Behörden nach, wer Erbe geworden ist. Er ist nicht immer erforderlich, aber im Rechtsverkehr die einfachste Legitimation.

Unterlagen, die das Gericht sehen will

  • Sterbeurkunde
  • Testament oder Erbvertrag mit Eröffnungsprotokoll
  • Familienstammbuch oder Personenstandsurkunden
  • Angaben zu weiteren Erben und Vorverstorbenen
  • Bei Auslandsbezug: beglaubigte Übersetzungen

Ablauf und Dauer

Der Antrag wird beim Nachlassgericht gestellt, meist notariell beurkundet. Das Gericht prüft die Erbfolge, hört gegebenenfalls Beteiligte an und erlässt den Erbschein. Je nach Gericht dauert das wenige Wochen bis mehrere Monate.

Alternativen

Ein notarielles Testament mit Eröffnungsprotokoll kann beim Grundbuchamt ausreichen. Bei kleinen Nachlässen akzeptieren Banken teilweise andere Nachweise. Ein Erbschein bleibt aber der sicherste Weg.

Häufige Fragen

Was kostet ein Erbschein?
Die Gebühr richtet sich nach dem Nachlasswert. Bei einem Nachlass von 100.000 Euro liegt sie im niedrigen vierstelligen Bereich, zuzüglich Notarkosten.
Wer beantragt den Erbschein?
Jeder Erbe kann ihn beantragen. Bei einer Erbengemeinschaft kann ein Erbe den gemeinsamen Erbschein beantragen.

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